Schülermitverantwortung

Die Schülermitverantwortung ist für die Schülerinnen und Schülern der Ort, an dem sie an der Gestaltung der Schule konkret mitbeteiligt werden und an dem sie soziale Verantwortung, Selbstständigkeit und Interessenvertretung lernen können. Die Schüler/innen müssen die Erfahrung machen, dass ihre Schule eine Gemeinschaft darstellt, die nur funktionieren kann, wenn sie von Respekt gegenüber den anderen getragen wird. Rechte und Pflichten helfen, damit sich Freiheit und Verantwortung für alle entfalten lassen. Ohne die richtige Balance zwischen den eigenen Bedürfnissen und den Zielen der Gemeinschaft zu finden, gibt es keine gelingende persönliche Entfaltung. Dazu gehört, dass die Schüler/innen gemeinsame Aufgaben in der Gemeinschaft übernehmen. Sie spüren dabei, dass das Zusammenleben in einer Gemeinschaft davon abhängt, ob und wie sich der Einzelne zum Wohle des Ganzen einbringt. Sich dabei zu bewähren, aber auch einmal Fehler zu machen, sind wichtige Erfahrungen. Sie schaffen die Voraussetzung für verantwortliches Handeln auch in größeren Gemeinschaften.

An unserer Schule gibt es drei wichtige Organisationsstrukturen, die die individuelle soziale Entwicklung und die gemeinsame Verantwortung von Schülern und Lehrern stärken.

Der Klassenrat: Die Schülermitverantwortung baut auf der Arbeit in der einzelnen Klasse auf. Ort dafür ist der Klassenrat. Er tagt mindestens einmal in der Woche. Hier sprechen die Schüler mit der Klassenlehrerin/dem Klassenlehrer über ihre Erfahrungen in der letzten Woche, bringen ihre Anliegen, Anregungen, Vorschläge und Wünsche, aber auch ihre Sorgen ein und überlegen, wie sie in Zukunft ihre Gemeinschaft verbessern können. Gestaltung des Klassenzimmers, Planung von Veranstaltungen, Projekten und Arbeitsgemeinschaften und Vorschläge für ein besseres Zusammenleben werden gemeinsam entwickelt und umgesetzt. Die Schüler/innen werden dadurch in das Schulgeschehen integriert und erleben ihr Umfeld als etwas Veränderbares.

Es entsteht ein Zusammengehörigkeitsgefühl und eine gemeinsame Verantwortung für den Einzelnen und für die ganze Klasse. Das Gefühl, die Gemeinschaft braucht mich und ich brauche aber auch die anderen, um mich gut entwickeln zu können, stärkt die Motivation sich einzubringen, aber auch den anderen in seinen Bedürfnissen zu respektieren. Toleranz, Empathie, die Fähigkeit, Konflikte gemeinsam lösen zu können und zu lernen, gemeinsam Ziele zu vereinbaren und zu erreichen sind Kompetenzen, die die Schüler für ein gelingendes Leben brauchen.

Der Schülerrat: Im Schülerrat sind alle Klassensprecher/innen der Schule organisiert. Er wählt aus seiner Mitte eine Schulsprecherin und einen Schulsprecher. Er wählt auch für die Dauer eines Schuljahres eine Vertrauenslehrerin und einen Vertrauenslehrer. Außerdem bestimmt der Schülerrat , welche Schülerin/welcher Schüler am Ende eines Schuljahres den Sozialpreis erhält. Ebenso wirkt der Schülerrat mit bei Änderungen der Schulordnung.

Der Schülerrat berät über alle Fragen, Probleme, Wünsche der Schüler/innen, die über die einzelne Klasse hinausgehen und die Schule als Ganzes betreffen. Er macht entsprechende Vorschläge gegenüber der Schulleitung. Außerdem ist er zuständig für die Vor- und Nachbereitung der Schulversammlung.

Der Schülerrat wird von den Vertrauenslehrern einberufen und geleitet. Zunehmend lernen die Schüler/innen, diese Aufgaben in eigener Regie zu übernehmen.

Die Klassen- und die Schülersprecher haben das Recht, gegenüber der Schulleitung, den Lehrern oder den Elternvertretern Anregungen, Wünsche und Vorschläge einzelner Schüler und Klassen insgesamt zu vertreten sowie Beschwerden und Anliegen vorzubringen.

Schulversammlung: Alle Schüler/innen und alle Lehrer/innen treffen sich in der Schulversammlung. Die Schulversammlung wird von den Vertrauenslehrern unter enger Einbeziehung der Schülersprecher/in geleitet.

In einer Schulversammlung werden alle wesentlichen Angelegenheiten der Schule besprochen. Die Schulversammlung hilft mit, sich auf gemeinsame Werte zu verständigen und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.

Klassen führen etwas vor, berichten aus ihrer Arbeit und geben Anregungen, was sich an ihrer Schule noch verbessern könnte, sei es in der Ausgestaltung des Schulgebäudes, durch die Planung gemeinsamer Vorhaben und Projekte auf verschiedenen Klassenstufen und im Umgang miteinander.

Durch die praktizierten Formen des Mitbestimmens und des Ernstnehmens der Schüler/innen erhöht sich die Akzeptanz des gemeinsam Vereinbarten und stärkt das Gefühl: Wir sind mit für unsere Schule verantwortlich.

Schülersprecher: